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Wenn ich heute ...

... diese Zeilen in das Notebook hämmere, liegt eine Woche Stadtfest hinter uns.

Eine Woche Außnahmezustand im Sendebetrieb des SRB.

Begonnen hat alles mit der Überlegung, dass diese Woche eine einmalige Gelegenheit dafür ist, Initiativen und Menschen aus der Region auf Sendung zu bringen.

Die Themen waren durch das Programm schon vorgegeben: Sport, Kinder & Jugend, Musik, und Unterhaltung. Aber der SRB wollte auch eigene Akzente setzen: KulTalk - die Möglichkeit über Channcen und Defizite im Kulturbereich zu diskutieren.

Hinter den Kulissen sah das aus meiner Sicht so aus:
Im SRB-Team entwickelten wir die technische und inhaltliche Konzeption.
Die wichtigsten Veranstaltungen sollten als Liveaufzeichnung dokumentiert und zeitnah auf Sendung gebracht werden, Kurzberichte und Reportagen das Geschehen in der Stadt wiedergeben.

Während am Freitag mit Schülern die Dreharbeiten für das Mittelalterfest liefen, wurde für unsere Liveregie ein spezieller Container neben der Marktbühne aufgestellt. Ca. 250 m Videokabel für die bis zu sechs Kameras verlegt.
Bildmischer, Tonmischer, Monitore, mehrere Computer und zahlreiche Zusatzgeräte installiert.

Am Sonnabend Vormittag jedoch aber war das Stadtmuseum der Ort des Geschehens.

Für eine Liveaufzeichnung sind ca. 3 Stunden für den technischen Aufbau von Bild- und Tonregie und die Kameras nötig. Christoph, Jenz, Silvio und Thomas stöpselten alles zusammen. Dann erreichte mich auch schon der erste "Notruf" von Jenz: Eine Kamera lieferte kein Videosignal. Vermutlich war die Ausgangsbuchse abgenutzt. Für diese Fälle hatten wir zwar vorgesorgt, aber nicht schon beim erstem Mitschnitt damit gerechnet.

Die Verspätung des Ministerpräsidenten gab genügend "Luft" zum Ausstausch der Kamera.
FSJlerin Marie und Azubi Frank hatten sogar noch die Gelegenheit von Dieter Althaus ein kurzes Statement aufzuzeichnen. Die Aufnahme der Eröffnung erfolgte digital auf einem nagelneuen Gerät, ob das wie gewünscht funktioniert?

Nachdem diese geschnitten und für die Sendung codiert war, erstes Aufatmen: So kanns weitergehen.
Inzwischen hatte ich auch das fehlerhafte Board in der Kamera ausgetauscht und die Eröffnung ging um 19 Uhr planmäßig auf Sendung.

Sonntag hieß es noch etwas früher als die Kirchgänger aufzustehen.
In der Johanniskirche wurde alles für Bild, Ton und drei Kameras vorbereitet.
Azubi Frank übernahm die Bildregie. Auf der Empore wies Silvio eine künftige Praktikantin in die Kamera ein. Christoph regelte wieder den Ton.

Letzte Absprache mit dem Küster wegen der Kirchentonanlage und Pastorin Schubert, und schon hielten Bits und Bytes auf der Festplatte fest, was die Kameras und Mikrofone lieferten.

Am Nachmittag Schnitt und Codierung im Sender. Dazu die ersten Aufnahmen der Reportageteams vom Sonnabend in die Schnittsysteme einspielen, damit die Cutter am Montag sofort loslegen können.

19 Uhr, wie geplant Sendung des Festgottesdienstes....

Montag und Dienstag sollten die "härtesten" werden: Letzte technische Vorbereitungen für die Mitschnitte von der Marktbühne am Montagmorgen. Nachdem die erste Stunde aufgezeichnet wurde, Entsetzen. Irgendwas war schief gegangen. Auf der Festplatte fand sich nichts Verwertbares.

Zum Glück lief noch ein gutes altes Band mit. Aber das bedeutete zusätzliche Bearbeitungszeit.
Immerhin, die Pausen auf der Bühne waren länger als geplant, wir konnten den Technikeinsatz umdisponieren.

Es wurde zuerst der zweite Teil sendefertig gemacht. Kurz vor 19 Uhr landete dann der erste Teil auf unserem PlayOut-Server. Der dritte Teil war da noch in Bearbeitung und konnte erst in der 22 Uhr Wiederholung auf Sendung gehen.

Dienstag begannen die Aufzeichnungen schon 9 Uhr. Zusätzlich wurden Schüler des ERG für zwei Reportageteams ausgerüstet und eingewiesen. Frank und Marie bearbeiteten an den Schnittplätzen im Sender das Material, dass am Donnerstag auf Sendung gehen soll. Diesmal funktionieren die Aufzeichnungen am Markt reibungslos.

Schüler des Böll-Gymnasiums übernehmen die Mitschnitte.

Mehrere Sprints zwischen Mediencontainer und Sender waren nötig, um die Aufzeichnungen an den Schnittplätzen weiter bearbeiten zu können.

Am späten Nachmittag ist das komplette Vormittagsprogramm sendefertig.

Aber die Aufnahmen der Sportler ziehen sich länger hin als erwartet. Ab 16 Uhr müssen wir spätestens am Hohen Schwarm für die Nacht der Chöre aufbauen. Um 15 Uhr soll Soundcheck und Vorort- Besprechung sein.

Außer den Bühnen- und Tontechnikern ist keiner da. Also wieder telefonieren, wo können unsere Kameras hin, wo kann der "Ü-Wagen" aufgestellt werden? Es sind am Ende nur Minuten, die zwischen dem Stöpseln des letzten Steckers und den Posaunen vergehen, die die Nacht der Chöre eröffnen. Dann "seufzen".

Erstmalig halten wir einen genaueren Zeitplan des Abends in den Händen. Geplante Dauer: über vier Stunden!!!!

Ich kalkuliere wie lange dauern Überspielung und Kodierung in unser Sendesystem?

Die Aufzeichnung sollte am nächsten Tag gesendet werden... ohne Nachtschicht nicht möglich. Gegen ein Uhr sind wir soweit, der Computer wird noch bis zum Morgen rechnen, sofern er das will.

Mittwoch morgen: Tatsächlich, er hat fehlerlos gerechnet!
Frau Leuthäuser kann die wirklich lange Nacht der Chöre in das Sendesystem buchen. Unsere Sendestruktur ist in maximal 3 Stunden lange "Sendefenster" gegliedert.

Nun ist die längste zusammenhängende Sendung die wir bisher hatten über eine Stunde länger! Kommt unser Verwaltungsprogramm damit klar?
Klappt das mit der Buchung der Wiederholung, sie geht weit über Mitternacht?
Ich kann es nicht beantworten, denn um 11 Uhr soll die nächste Aufzeichnung starten.

Diesmal haben wir uns das Foyer des Rathauses ausgesucht. Historische Kulisse mitten in der Stadt!

Platz für Kultur! Alle Talkgäste hatten sofort zugesagt. Es scheint Gesprächsbedarf zu geben...

Die Steckdosen im Rathaus sind nur mit 6 Ampere abgesichert. Das wird für unser Licht zu knapp!

Also zusätzliche Kabel in den ersten Stock verlegen...Beim Mikrotest noch Absprachen, wieder vergeht zwischen dem Check des letzten Kabels und der Anmoderation keine Minute. Dann spielt uns die Sonne einen Streich. Sie kommt viel zu stark durch das alte Fenster, Gegenlicht, das Gespräch wollen wir hier aber nicht unterbrechen. Vielleicht findet es darüber hinaus eine Fortsetzung....

...mit Musik und gute Laune geht es am Abend auf der Marktbühne weiter. Dazwischen Schnitt und Kodierung der Talkrunde im Sender.

Inzwischen sind schon mehr als 250 GB Material zusammengekommen. Unsere Cutter Marie und Frank müssen unter Zeitdruck Schwerstarbeit leisten, den Überblick behalten, und trotzdem immer noch bei den "Liveacts" dabei sein.

Die Kraft lässt langsam nach. Aber noch liegt der Höhepunkt vor uns: Die Kochshow!

Sechs Kameras sollen zum Einsatz kommen. Dafür ist unser Mischer nicht ausgelegt, er wird kaskadiert, sehr schwierig zu bedienen. Marie wird "vormischen", Silvio und Frank übernehmen den Hauptmix. Aber noch ist es nicht soweit. Die sechste Kamera wird in der Traverse befestigt.

Zusätzlich muß unser Tonsignal für Video-Trailer auf die PA gelegt werden. Didi's Ton wiederum kommt nur mit Prasseln bei uns an. Das lässt sich alles beheben, aber nicht der Defekt des Rechners mit dem die Trailer auf die Leinwand kommen sollen. Jetzt wird's hektisch.

Der Kontrollmonitor für die Videoleinwand zeigt auch nur Störungen. Die Traversenkamera muß nochmal korrigiert werden. Außerdem fehlt ein Kabel, um die Daten aus dem Veranstaltungsbüro in unser System zu bringen.

Azubi Linda muß den Schnitt an der "Musik und guten Laune" unterbrechen, um zusätzliche Technik zu bringen. Auch Azubi Frank wird mit Zusatzaufträgen "in die Spur" geschickt.

Notvariante: Eine DVD muß hergestellt werden, ein Monitor wird ausgewechselt, ein zusätzlicher DVD-Player angeschlossen, es sind nur noch 30 Minuten Zeit. Linda hat zeitlich gesehen nur eine Chance für das Erstellen der DVD mit dem unbekannten Material, sie rennt zum Sender zurück.
Mir läuft das Wasser runter, wie sind die Temperaturen? Inzwischen kommt Verstärkung aus Gera. Die Azubis Chris und Annika warten auf ihre Einweisung. Ich hab keine Zeit dafür, Frau Ehrhardt kümmert sich um die beiden.

Dann Verwirrung um die Anfangszeit: 19:00 oder doch 19:30? Hendrik Püschel lässt wissen, das der Trailer Punkt 19:30 kommen soll. Woher nehme ich eine Vorschaumöglichkeit für den zusätzlichen Player?

Das ist zu diesem Zeitpunkt nur eine der ungelösten Fragen.

19:30 Uhr: Der Trailer eröffnet die Kochschow mit den Ratskeller-Köchen und Ralf Zacherl....

..so wird es wohl noch ein paar Tage weitergehen, möglich nur durch die Mitarbeit von fast 40 Ehrenamtlichen aus Saalfeld und darüber hinaus, eine schöne Erfahrung.

21.6.08 23:15
 


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